cafethea*käse*nocken*ligurisch

Spaghetti, Pizza, Tiramisu – das fällt dem gemeinen Deutschen als erstes zu bella Italia ein. Dass Gnocchi dabei im wahrsten Sinne des Wortes unter den Tisch fallen, liegt nicht nur an der komplizierten Aussprache, sondern auch daran, dass sie beim Italiener um die Ecke nicht so oft auf der Speisekarte stehen. Und dabei sind die Käsenocken aus Kartoffelteig eine Spezialität des Piemont. Wir haben sie mit Hartweizengrieß aufgepeppt. Die Lizenz zum Knödeln hat wie im vergangenen Jahr unsere Judith, die so gerne im Teig herummanscht, was viele Hobbyköche eher gruselt. Parmesan und würziger, geriebener Bergkäse machen den Teig zu einer kompakten Masse. Und dann kommt der Moment der Wahrheit: Der Verzweiflung nahe, fragt sich Judith: Wird der Knödel im heißen Wasser auseinanderfallen? Die Probe ist bestanden, allgemeines Aufatmen. Pfifferlinge in Sahne-Sauce oder auch einfach nur zerlassene Butter passen wunderbar zu den Käsnocken. Mit Basilikum garniert servieren!

 

käse*nocken*ligurisch
Foto: Walter Küpper
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cafethea*pizza*frutti di mare

Pizza frutti di mare

Auch in diesem Jahr feiert das Theateratelier wieder die Esskultur. Wir beginnen mit einem Gericht, das nicht wirklich als ernährungstechnisch korrekt gilt. In Zeiten, in denen Kohlrabi-Apostel und Veganer als Heilsbringer daherkommen, gilt Pizza als Junkfood. Vor allem die aus der Tiefkühltruhe. Man muss zugeben, dass die Pizzen aus dem Karton oft ziemlich scheusslich schmecken. Ganz anders sieht es mit den Selbstbelegten aus. Es muss ja nicht Pizza pervers mit fettiger Salami sein. Wir haben uns für Meeresfrüchte und als Krönung drei Riesengarnelen für jeden entschieden. Alternativ bieten wir Artischocken als Belag an. Ganz wichtig: Immer Mozzarella nehmen, bloss keinen anderen Käse, wie das schon mal im Billig-Ristorante vorkommt! Die Tomatensauce gut würzen und auf keinen Fall zu flüssig machen, sonst ersäuft der (fertig gekaufte) Teig! Dazu einen frischen Beilagensalat – buon appetito!

Text: Eva Stasser

pizza frutti di mare
Foto: Walter Küpper
Foto: Walter Küpper

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cafethea-*spinat*knödel*blues*champignons

Spinatknödelblues

Mittwoch, 17. Dezember 2014. Immer wenn es regnet, packt uns der Spinatknödelblues. Dann wird der Knödel zum Bahnhof gerollt. 85 auf einen Streich – da bleibt einem doch glatt der Knödel im Halse stecken! Unsere Knödlerova Judith gibt das Tempo vor; wir Assistenten folgen. Wollüstig manscht sie im Batz herum und erzählt uns die schöne Geschichte, wie sie sich als kleines Mädchen in ihrem Sonntagskleid in einer Pfütze suhlte. Der Trick bei der Knödelproduktion: Gerollt wird in der Kuhle der linken Hand. In einer Affengeschwindigkeit geraten wir in den vielzitierten Flow, in dem die Hausarbeit zum Vergnügen wird. Am Ende liegen auf drei Blechen 85 Knödel so perfekt und prall, als hätten sie eine Botoxspritze intus. Wir haben nur Blödsinn im Kopf und stellen uns eine Spinatschlacht a´ la Dick & Doof vor. Ich bringe meine Rayban-Brille vor einem Angriff der Killer-Knödel in Sicherheit. In einem Töpfchen testet derweil unser Küchengott Flo im durchlöcherten Viviane-Westwood-Shirt an einem Mini-Knödel, ob die Masse im Innersten zusammenhält.  Okay, ab geht´s in die Töpfe! Nach getaner Tat machen wir ein Selfie von unseren schleimgrünen Händchen. Nach einer Viertelstunde sind die Knödel durchgezogen. Die Meute wartet schon hungrig. Auf den Tisch kommen die Knödel mit zerlassener Butter, Champignons & Cherry-Tomaten vom Blech, aufgepimpt mit Kürbiskernen, einem Tropfen sündteuren Kürbiskernöl und Parmesan – eine vegetarische Geschmacksexplosion, die fast nicht zu toppen ist. Später gibt´s noch eine rosarote Granatapfeltorte a´la Enie van de Meiklokjes. Nicht nur Vincent will mehr!

Text: Eva Strasser

Foto: Greta Moder
Foto: Greta Moder

cafethea*pichelsteiner*lieblingsessen

Pichelsteiner Eintopf

Als Kind der Nachkriegszeit waren für Ursula Gerichte ihr täglich Brot, die heute kaum noch auf den Tisch kommen. Geschmolzene Brotsuppe zum Beispiel oder der von ihr so heißgeliebte Pichelsteiner. Der altbairische Eintopf war eine deftige Angelegenheit: Karotten und Kartoffeln, eine dicke Brühe, Rindfleisch in Stücken und Speck, viel Kümmel. Doch im Rezept des Thea-Kochs Florian kommt das jetzt so leicht und italienisch daher wie eine Minestrone: Im Vergleich zur Ur-Version ohne Kümmel, mit viel Brühe, diversen Gemüsen und einer Zwerchrippe vom Chiemgauer Bio-Rind! Dazu ein leicht süßliches Kartoffelbrot – köstlich!

Text: Eva Strasser